Montag, 26. Dezember 2011

Mexikanischer Totenkult












Der „Dia de los Muertos“, der „Tag der Toten“, der am 2. November gefeiert wird, ist neben dem Fest der „Jungfrau von Guadalupe“ am 12. Dezember, einer der höchsten Feiertage in Mexiko.
Dem Glauben nach kehren die Seelen der Toten in der Nacht vom 1. auf den 2. November an den Ort zurück, an dem sie einst gelebt haben. Dort werden sie von ihren Verwandten ehrenvoll empfangen und bewirtet. Aus diesem Grund ist dieser Tag, anders wie z.B. in Deutschland zu Allerseelen, kein Trauertag sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren aller Verstorbenen.

Charakteristisch für diesen Tag sind:

- Skelette aus Draht oder Pappmaché
- künstliche Totenköpfe in allen Formen und Farben
- Abbildungen der berühmten "Catrina” (Darstellung einer skelettierten Dame, ausstaffiert mit   einem riesigen Hut und wallendem Kleid)
- Marzipansärge
- „Calavera de dulce“ (Totenköpfe aus Zuckerguss)
- „Pan de muertos“ (ein spezielles Totenbrot)
- die Gräber werden mit Blumen und Kerzen geschmückt
- der Weg vom Grab zum Haus wird mit gelben Blüten gekennzeichnet
- Opferaltäre werden im Haus und in der Öffentlichkeit errichtet (Ofrenda)

Grundelemente eines Opferaltars (La Ofrenda):

- Scherenschnittbilder aus Seidenpapier (Papel Picado)
- gelbe Blüten, wie von der Tagetes, Ringelblume oder Chrysantheme (als gut sichtbarer   Wegweiser für die Seelen der Toten)
- Kerzen und Copal (Räucherwerk aus Baumharz)
- Nahrungsmittel (Lieblingsessen des Verstorbenen)
- Getränke (Lieblingsgetränk des Verstorbenen)
- Foto des Verstorbenen
- Seife, Wasser und Handtuch (zur Erfrischung nach der langen Reise)
- Salz (Symbol der Reinigung)
- Stuhl (zum Ausruhen des Verstorbenen)

Nachdem die Seelen der Toten in den jeweiligen Häusern empfangen worden sind, und man mit ihnen gegessen, getrunken, getanzt und gelacht hat, werden sie zurück zu ihren Gräbern begleitet, um dann Punkt Mitternacht Abschied von ihnen zu nehmen bis zum „Dia de los Muertos“ im nächsten Jahr.

Der Totenkult in Mexiko hat eine lange Tradition und geht vermutlich zurück bis in die Zeit der Azteken. Schon die Azteken feierten einmal im Jahr ein Totenfest, bei dem die Seelen der Verstorbenen zurückkehrten, um die Lebenden zu besuchen.

Zu Erwähnen in diesem Zusammenhang wäre da noch eine magisch-religiöse Figur namens „Santa Muerte“ (dt. „heiliger Tod“). Im Unterschied zu christlichen Marienstatuen ist diese Figur ein weibliches Skelett, oft mit einer Sense, jedoch auch mit seidenen Gewändern, Schleiern oder goldener Krone geschmückt, so dass sie der Jungfrau Maria ähnelt. Sie wird um Liebe, Glück, Schutz, Gesundheit und die Wiedererlangung verlorener Dinge angerufen, und ihr werden Opfergaben wie Rosen, Zigarren oder Tequila dargebracht.
Es gibt die Theorie, dass die Santa Muerte eine Mischform aus der Partnerin des aztekischen Totengottes "Mictlantecuhtli" und der christlichen Jungfrau Maria sei.

1 Kommentar:

  1. !!! genau das - musste ich wissen. wo war ich nur vergangenen Winter? Ich habe dies übersehen.

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