Dienstag, 15. März 2011

Stedingsehre

In der Ortschaft selber gibt es keinen Wegweiser zu der Freilichtbühne „Stedingsehre“. Hinweise zu der ehemalige NS-Kultstätte mit der monumentalen Zuschauertribüne werden scheinbar unter Verschluss gehalten. An der Einfahrt zum Geländes des Berufsbildungswerkes steht ein Schild mit dem Vermerk „Zutritt für Unbefugte verboten“.

Die Freilichtbühne wurde im Jahre 1934 zum Anlass der 700-Jahr-Feier des Freiheitskampfes der freien Stedinger Bauern im Jahre 1234 gegen Unterdrückung und Erzwingung von Abgaben (Zehnter) durch den Erzbischof von Bremen erbaut, um dort alle 2 Jahre das Volksschauspiel „De Stedinge“ von August Hinrichs aufzuführen. Der Blick von der im Halbkreis angelegten Zuschauertribüne richtet sich auf ein fest erbautes Kulissen-Bauerndorf, dass auch heute bis auf die Kirche, die 1943 einem Fliegerangriff zum Opfer fiel, noch steht. Zudem fanden dort auch Propagandakundgebungen statt und es sollte ein Schulungszentrum für die NSDAP eingerichtet werden, wozu es jedoch nicht mehr gekommen ist. Letzte Veranstaltung auf dem Gelände soll 1939 eine Sonnenwendfeier in Anwesenheit eines Reichsleiters gewesen sein.

Das Gelände steht inzwischen unter Denkmalschutz und die Tribüne wird von Heidschnucken bevölkert, was ja auch nicht einer gewissen Komik entbehrt...














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