Freitag, 4. März 2011

Die Schildkröt-Inge

Heute war ich im Paradies in Form eines Trödelladens. Anwesend außer mir war auch noch ein indisch aussehender Mann, der eine Mütze der DDR-Polizei trug und durch ein altes Fernglas spähte, eine junge, blonde Frau, die auf eben diesen Mann einredete, sowie der Herrscher über den Laden, der sich als fluchender Puppendoktor entpuppte. Nachdem das ungleiche Paar den Laden verlassen hatte, fragte ich nach dem Preis eines Puppenkopfes. Oh, das sei Biskuit-Porzellan, meinte er, der Preis lag bei „nur“ 90 Euro. Da ich mir nicht vorstellen konnte, wie man auf einem Kopf Biskuit servieren sollte, fragte ich noch mal nach und wurde über ein besonderes Verfahren zur Herstellung von Porzellan aufgeklärt. Der Mann, der all dieses wusste, begab sich zurück an seinen Schreibtisch, auf dem einige kaputte Puppenköpfe und Gliedmaßen lagen. Ich stöberte weiter durch den Laden und mein Blick blieb an einer Kaffeekanne in Form einer Katze hängen, aber nach dem Preis fragte ich dann lieber nicht mehr. Der Ladenbesitzer stellte ein Gerät an, dass aussah wie ein Zahnarzt-Bohrer und begann damit einen Mini-Puppenarm zu bearbeiten. Kurz darauf fing er an zu fluchen, wobei der Name „Schildkröt-Inge“ fiel. „Schildkröt-Inge“? fragte ich nach. Ja, die Firma „Schildkröt“ habe den Puppen damals Namen gegeben, klärte er mich auf und außerdem gäbe es die Schildkröt-Inge auch noch in mehreren Größen. Gut, dass ich durch Zufall noch solch wichtige Sachen gelernt habe!




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